

2,6 Milliarden Euro, das ist das Einspielergebnis des erfolgreichsten Films der Welt: Avatar, der damit das zwölf Jahre alte Eisbergdrama Titanic vom Thron stürzt. 3D heißt das Stichwort, das Avatar zu diesem Erfolg verholfen hat. Und natürlich versucht auch die Unterhaltungselektronik, auf den fahrenden Zug mit aufzuspringen.
Die Hersteller Samsung und Panasonic starteten bereits Mitte März dieses Jahres den Verkauf von 3D-fähigen Fernsehgeräten. Philipps bringt seine 3D-Fernseher voraussichtlich im Mai auf den Markt und Sony folgt im Juni. LG, dessen 3D-Fernseher im April erscheinen sollen und der Pay TV-Anbieter Sky haben ein Übereinkommen geschlossen, nach dem LG Sky mit 15.000 Geräten beliefert. Die 3D-fähigen Fernsehgeräte will Sky für Liveübertragungen von Fußballspielen in Pubs in Großbritannien bereitstellen. Der 3D TV-Kanal „Sky 3D" soll im April starten. Dazu benötigt man allerdings einen 3D-fähigen Fernseher, 3D- Brillen sowie Sky mit HD-Box.
„3D ist Trendfaktor. Das ist nicht abzustreiten", sagt Tim Bosenick, Geschäftsführer von SirValUse, „aber die 3D-Technologie für zuhause kann noch nicht gänzlich überzeugen. Gemütlich ist es nicht gerade, wenn die gesamte Familie mit einer Brille vorm Fernseher sitzt, besonders für Brillenträger. Nicht davon zu sprechen, wenn man einen DVD-Abend mit Freunden plant. Wer zu spät kommt, hat Pech, wenn keine 3D-Brille mehr übrig ist." Einige Ärzte und Wissenschaftler fürchten sogar, dass 3D-Fernsehen auf Dauer zu Kopfschmerzen führt und die Augen stark belastet. Jedoch gibt es keine ausreichenden Untersuchungen und Studien, um belegbare Aussagen zu treffen.
Eine Alternative zum 3D-Fernsehen mit einer 3D-Brille bieten die Sunny Ocean Studios in Singapur. Hier wird der 3D-Effekt durch einen Bildschirm erzeugt. Eine Plexiglasscheibe wird über den Bildschirm gelegt und damit das 3D-Sehen aus 64 verschiedenen Perspektiven ermöglicht. Ausgereift ist diese Technologie aber noch nicht.
„Künftig werden sicher die meisten hochwertigen Fernsehgeräte 3D-fähig sein, " so Bosenick, „aber aufgrund des erwarteten hohen Preises, der ab 2.000 Euro anzusetzen ist, wird sich anfangs nur ein kleiner Personenkreis die neue Technologie leisten können." Spannend sind auch die weiteren 3D-Entwicklungen wie die 3D-Digitalkamera von Sony oder die 3D-Games für Windows Phone 7. Der 3D-Hype führt sogar so weit, dass James Cameron ein Comeback von Titanic plant: 2012, aber dann in 3D.