
Aufgabenstellung
Das Verhalten von Nutzern und Kunden wird häufig von unbewussten Motiven, Einstellungen und Emotionen beeinflusst, die einfachen Befragungen in der Regel nicht zugänglich sind. In einer vertrauensvollen Gesprächsatmosphäre durchgeführte Tiefeninterviews ermöglichen dagegen, Widerstände und vordergründige Rationalisierungen aufzulösen und verdeckte oder nur schwer verbalisierbare Wirkungszusammenhänge sichtbar und interpretierbar zu machen.
Hieraus lassen sich gezielte Strategien zur Produktoptimierung und -ausrichtung an den tatsächlichen Nutzerbedürfnissen ableiten.
Methode
Neben einer weitgehend offenen und flexiblen, non-direktiven Gesprächs- und Fragestruktur kommen bei Tiefeninterviews zusätzlich projektive und assoziative Verfahren zum Einsatz, die auch Einblicke in tabuisierte oder unerwünschte Aspekte und Bereiche eigenen Verhaltens und Erlebens liefern können.
Grundlegend für Tiefeninterviews ist eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens ohne Beeinflussung oder Einengung der Befragten. Tiefeninterviews lassen sich sinnvoll mit Verhaltensbeobachtungen kombinieren: Im Anschluss an eine konkrete Produktnutzung wie z.B. Webauftritt können Aspekte wie Benutzerfreundlichkeit, Attraktivität und Nützlichkeit im unmittelbaren Erlebniszusammenhang tiefer untersucht werden.
Tiefeninterviews werden von Diplom-Psychologen und erfahrenen, psychologisch geschulten Interviewern durchgeführt.
Prozessphase
Besonders in der Produktentwicklungsphase und bei der Ideenfindung für neue Produkte liefern Tiefeninterviews wertvolle Hinweise auf Nutzerbedürfnisse und -einstellungen, die beispielsweise anhand verschiedener Prototypen oder Designalternativen untersucht werden können.
Stichprobe
Kleine Stichproben mit 10 bis 12 Befragten pro Zielgruppe sind in der Regel ausreichend.
Timing
Bei einer Stichprobengröße von bis zu 10 Teilnehmern kann eine Studie innerhalb von 2 bis 3 Wochen durchgeführt werden.
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